Mein Bach

Bach 2000. Über einige mir wichtige Musiker und Bücher im Zusammenhang mit J. S. B. Eine Huldigung, subjektiv und ironiefrei.


Armin Thurnher
Kultur | aus FALTER 30/00 vom 26.07.2000

Als mir der Klavierlehrer Josef Loidl (Musikschule Bregenz) seinen neuen Flügel zeigte und wie nebenbei bemerkte, er sei jetzt so weit, er habe jetzt beide Bände des Wohltemperierten Klaviers einstudiert, wusste ich die Leistung nicht zu schätzen und antwortete Nichtssagendes. Ich danke ihm, dass er mir trotzdem die Anfangsgründe des Bachspiels beibrachte. War er damit zufrieden, mir den Schlüssel für später in die Hand gedrückt zu haben? Bach ist vielleicht auch eine Altersfrage; als ich mit vierzehn den berühmten Cembalo-Virtuosen Kirkpatrick im Bregenzer Kornmarkttheater die Goldberg-Variationen spielen hörte, berührte mich das nicht, schien mir höchstens - ich schämte mich, es mir einzugestehen - etwas nähmaschinenhaft.

Wir reden von Bach. Selbst in der leichtesten, ironischsten Form, wie sie Enzensberger in seinem Gedicht "Empfänger unbekannt - Retour a l'expediteur" wählt, kommt man, ist von Bach die Rede, ums Absolute, ums Religiöse, in diesem Fall den "Absender"

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