Künstlich am Leben

Film. Martin Scorsese jagt in "Bringing Out the Dead" Nicolas Cage als amtsmüden Sanitäter durch die Straßen von New York.

Kultur | Isabella Reicher | aus FALTER 30/00 vom 26.07.2000

Überall ist Rose. Wenn Frank Pierce (Nicolas Cage) aus seinem Ambulanzwagen auf die Straße blickt und die Passanten sieht, dann verschwimmen die Gesichter. Immer taucht dann dieser klagende Blick von Rose (Cynthia Roman) auf - und Frank muss leiden. Frank ist Sanitäter in New York; er fährt zu viele Schichten, hat Schlafstörungen, ist müde und überdreht; und er ist der Held von Martin Scorseses aktuellem Film "Bringing Out the Dead".

"Nächte der Erinnerung" heißt der deutsche Titel, und drei Nächte lang begleiten wir Frank bis zu seinem persönlichen Showdown, der jedoch - getreu der Heilslehre, der hier gehuldigt wird - einen Neuanfang verheißt. Ein Mann nachts unterwegs in den Straßen von New York; bei Scorsese (noch dazu in Kombination mit einem Drehbuch von Paul Schrader) denkt man da sofort an "Taxi Driver" (1976). Dabei könnte einem auch weitaus passender "After Hours" (1985, Buch: James Minion) einfallen, in dem es Griffin Dunne als etwas dodeligen Yuppie in den subkulturellen


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