22 Stunden in seiner Gewalt

Theater. Damit wir das auch einmal besprochen hätten: Peter Stein inszenierte beide Teile von Goethes "Faust" erstmals in voller Länge. Nächstes Jahr ist die Mega-Inszenierung auch in Wien zu sehen.

Kultur | Wolfgang Kralicek / Hannover | aus FALTER 30/00 vom 26.07.2000

Zwischen all den Messehallen und Länderpavillons, McDonald's-Ständen und Döner-Buden findet sich auf dem weitläufigen Expo-Gelände in Hannover auch ein kleiner Swimming-Pool. Eine Schrifttafel behauptet, hier sei ein "Weltwunder" verborgen; um seiner ansichtig zu werden, müsse man jedoch drei Meter in die Tiefe tauchen. Der mysteriöse Pool ist der Beitrag der Wiener Künstlergruppe Gelatin zum Kunstprojekt "In Between" auf der Expo und eine schöne Veranschaulichung eines Dilemmas namens Weltausstellung. Geduldig stehen die Menschen vor einzelnen Pavillons stundenlang Schlange, als ob es dort tatsächlich Weltwunder zu sehen gäbe. Dass sie stattdessen bestenfalls eine Multimedia-Show geboten bekommen, scheint die Besucher nicht sonderlich zu enttäuschen. Schließlich weiß man ja, dass es keine Weltwunder mehr gibt. Es gibt nur noch Weltausstellungen. Das ist das Dilemma.

Nicht weit vom Gelatin-Pool steht die Halle 23, die sich von den umliegenden, den Themen Kanada bzw. Funsport


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