Kunst kurz

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 30/00 vom 26.07.2000

Es fing viel versprechend an: Die Einladung zur Ausstellung der Galerie Krinzinger zeigte einen Marmorboden, der sich bei genauem Hinsehen als ein Mosaik aus Mortadella, Salami und Prosciutto entpuppte. Das ließ auf ein üppiges Vernissagenbuffet oder auf gänzlich mit Wurst ausgelegte Kunsträume hoffen. In der Schau von Wim Delvoye (bis 8.9.) gaben jedoch lediglich Fotos Auskunft über die Verwendung von Fleisch als Bodendekor. Sich über die Bedeutung des Kunsthandwerks lustig zu machen und es zur Überhöhung von Objekten aus der Arbeitswelt zu verwenden, das ist die Strategie, mit der Delvoye international Erfolg hat. In Venedig fuhr der belgische Künstler einen Lkw aus Holz auf, der im Stil des flämischen Barock verziert war. Mit Verweis auf die angewandte Kunst seiner Heimat ließ er Sägeblätter wie Delfter Porzellan bemalen oder das Netz eines Fußballtores durch ein bleiverglastes Kirchenfenster ersetzen. Delvoyes Kritik an großbürgerlichen Distinktionszeichen und am Anspruch,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige