Stadtrand: Zeitverschiebung

Stadtleben | aus FALTER 30/00 vom 26.07.2000

Heute Morgen war ich 15 Minuten früher dran, als sonst. Der Grund war nicht Arbeitseifer, sondern eher ein Weckerdefekt. Beim Frühstück und den anderen allmorgendlichen Verrichtungen war der Zeitunterschied noch nicht bemerkbar. Der Wasserdruck war konstant, FM4 war FM4 und auch der elektrische Strom funktionierte ganz normal. Aber als ich mich dann mit dem Fahrrad in den Montagmorgenverkehr einfädeln wollte, war irgendwas seltsam: Der Verkehr fehlte. Fast zumindest. Kein Hupen und Schneiden. Kein Extra-am-Rand-Stehen-damit-die-depperten-Radler-warten-müssen. Keine Müllabfuhr, die Staus verursacht. Nichts! So relaxed bin ich schon lange nicht mehr durch die Stadt gefahren. Sogar die Touristen am Heldenplatz fehlten, die sich hier so gerne mitten auf der Fahrbahn gegenseitig fotografieren. Toll!

Und nächsten Montag machen wir es bitte umgekehrt, liebe Verkehrsmitteilnehmer: Ihr steht alle ein Viertelstündchen früher auf und erledigt eure Wege, und wenn ich dann unterwegs bin, seid ihr alle längst im Job. Nur die Herren von der Straßenreinigung, die dürfen ruhig noch bis neun Uhr warten, bevor sie die Innenstadt unter Wasser setzen, um die Pferdescheiße einzuweichen. Apropos: Wann kommt eigentlich der (die?) Pooh-Bag? C. W.


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