Cannabis auf Krankenschein

Medizin. Das Marihuana-Extrakt Marinol ist seit kurzem auch in Österreich erhältlich. Einfach wird es chronisch kranken Patienten aber nicht gemacht, an das Mittel zu kommen.

Stadtleben | Nina Horaczek | aus FALTER 30/00 vom 26.07.2000

Seit einigen Wochen kann Peter H. (Name von der Red. geändert) wieder ruhig schlafen. "Seitdem ich Marinol nehme, bin ich ausgeglichener, fröhlicher und habe weniger Probleme mit den Nebenwirkungen der Kombina-tionstherapie." Peter ist HIV-positiv und muss täglich Medikamente einnehmen. Die Folgen des jahrelangen Arzneimittelkonsums sind Magenprobleme, Durchblutungsstörungen und angeschlagene Nerven. Die Einnahme des Cannabis-Extrakts Marinol hat bei Peter H. all diese Leiden wesentlich reduziert.

Das vom amerikanischen Pharmakonzern Roxanne hergestellte Marinol besteht im Wesentlichen aus Dro-nabinol, dem pharmakologisch relevantesten und psychoaktiven Wirkstoff von Marihuana. Neben seiner seit Jahrhunderten bekannten Wirkung auf Geist und Seele kann Dronabinol auch bei körperlichen Leiden helfen. Es fördert nicht nur den Appetit und trägt dadurch zur Gewichtszunahme bei, sondern wird auch bei Krebspa-tienten mit Erfolg eingesetzt. Marinol lindert auch Übelkeit und Brechreiz, beides


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