Den Weisen auf den Fersen

Sanktionen. Von der Fürstensuite des Imperial aus machten sich die Weisen ihr Bild über die Lage der Nation. Unter höchster Geheimhaltung und abgeschirmt von der Staatspolzei. Oder: Kirchgang mit Marcelino Oreja.

Politik | Eva Weissenberger | aus FALTER 31/00 vom 02.08.2000

Senor Oreja, wohin laufen wir eigentlich?" - "Wir gehen nur ein bisschen spazieren", antwortet der kleine Spanier freundlich und legt noch einen Zahn zu. "In d' Kiachn gemma", verrät der Staatspolizist, der den Weisen bewacht.

Ein Wochenende lang verschanzten sich die medienscheuen Diven, Athisaari, Oreja und der deutsche Verfassungsrechtler Jochen Frowein, in der Fürstensuite des Ringstraßen-Hotels Imperial. Sogar von Michael Jackson war bei seinem letzten Wien-Besuch mehr zu sehen. Der - oder zumindest sein Double - winkt wenigstens gelegentlich hinter dem Vorhang hervor. Steckten die drei Weisen doch einmal ihre Nase aus dem Hotelzimmer, verfolgte sie die Staatspolizei auf Schritt und Tritt. Und hielt ihnen die lästigen Journalistenschwärme vom Leib. Vor den Österreichern musste man die drei älteren Herren nicht beschützen, die kennen das Trio ohnehin nicht.

Auch das Mädchen mit den hennaroten Haaren erkannte Oreja nicht. Dabei wartete sie eigentlich schon seit 48 Stunden auf


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige