"Der letzte Dreck"

Justiz. Vergangene Woche wurde - nach zwei Jahren - die gewaltsame Polizeiaktion im Chinalokal Schöne Perle abgeurteilt. Sieben Monate für die Chinesin. Kein Verfahren gegen die schwer belasteten Beamten. Der Prozess gibt Einblicke ins Weltbild der Wiener Strafrichter.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 31/00 vom 02.08.2000

Wie wird wohl ein Verfahren ausgehen, das so beginnt? Frau He: "Ich bin Frau Xiuzhen He." Richter: "Frau Dolmetscherin, fragen Sie die, die ohnedies ganz gut Deutsch kann, wie sie heißt!" Dolmetscherin: "Das ist Frau Xiuzhen He, der Mann daneben, das ist Herr Li." Richter: "Aha, Herr Li, das könnt ich mir grad vorstellen. Und Frau He, wie Xiu... Xiue... zhen He, na, ich tu mir so schwer mit der Aussprache. (...) Frau Dolmetscherin, bitte übersetzen Sie den Beschuldigten ganz kurz, aber bitte ganz kurz, die Anklage."

Es war dann auch ein kurzer Prozess, den das Wiener Oberlandesgericht da vergangene Woche Frau He, ihrer Schwester und einem Koch bereitete. Frau He wusste, wie er ausgehen würde: "Ich brauch gar nicht hierher zu kommen", sagt die bislang unbescholtene Österreicherin: "Die Polizisten haben mich wie einen Putzfetzen getreten, meinen BH zerrissen, ich hatte blaue Flecken am Unterleib. Aber das interessiert keinen."

Der Richtersenat (Vorsitz Richter Gerhard Gallent) nahm sich


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