Fernsehen

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 31/00 vom 02.08.2000

Die Zukunft, so wissen wir dank Josef Broukal, ist heute schon Realität. GIGA, die Bastelstunde der "generation @" versteht sich als Brücke zwischen Fernsehen und Internet. Eine Brücke allerdings, die nicht begehbar ist. Weder lässt sich vom Fernsehkanal ins Internet zappen, noch linkt das Netz ins Kabel. Irgendwie ist das aber egal, denn in GIGA gehts ohnedies nur um Handfestes wieRennwagen-in-die-Leitplanken-fahren-, Böse-Monster-abknallen- und Geheime-Schlüssel-zu-noch-geheimeren-Türen-finden-Spiele. Handfest sind auch die Probleme, die Jugendliche mit dünnen Brieftaschen dem Bastelonkel mailen: Troubles mit veralteter Computerhardware und mit bugverseuchten Windowsapplikationen. Moderne Mädchen habens da kommunikativer: Ihre Depressionen werden von ulcusfaltigen jungen Frauenmit Promigossip, Boygrouptalk und Pferdepostersammeltipps bedient. Irgendwie hat GIGA etwas von Seniorenclub, irgendwie etwas von Bastelstunde, irgendwie etwas von Gesundheitstalkshow. Mit der Zukunft hat es wenig zu tun. Wie war doch noch mal schnell die Definition für eine Milliarde Fließkommaberechnungen pro Sekunde? Ach ja: Gigaflop.


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