Kommentar: Rechtschreibdebatte: bitte nicht!

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 31/00 vom 02.08.2000

Das hat gerade noch gefehlt: Mit ihrer Ankündigung, ab 1. August wieder zur alten Rechtschreibung zurückzukehren, hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung eine leidige Debatte neu entfacht, die vor genau einem Jahr endlich ausgestanden schien.

Nach jahrelangem zähem Ringen hatte sich eine Reformkommission endlich zu jener Regelung durchgerungen, die seit dem Vorjahr in Kraft trat: In Sachen Groß- und Kleinschreibung wurden die bizarrsten Ausnahmefälle ("in bezug auf") eliminiert, in Bezug auf die ss/ß-Schreibung hat sich die neue Rechtschreibung sehr bewährt, und an die "Gämse", die im Vorfeld für Panik gesorgt hatten, hat man sich mittlerweile gewöhnt.

Nicht, dass sich über die Rechtschreibreform nicht auch streiten ließe. Zu wirklich radikalen Eingriffen - etwa der Einführung der generellen Kleinschreibung - hat man sich nicht durchringen können; das Ergebnis ist ein Kompromiss, mit dem nicht nur viele Unregelmäßigkeiten entfernt, sondern auch ein paar neue geschaffen wurden.


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