Lost in Japan

Film. Im Rahmen eines "Asien Specials" mit neuen Filmen aus dem fernen Osten ist im Filmcasino auch der Anima-tionsthriller "Perfect Blue" zu bestaunen.

Kultur | Isabella Reicher | aus FALTER 31/00 vom 02.08.2000

Eine kleine, zierliche Frauenfigur dreht auf dem Handteller eines Mannes ihre Pirouetten. Das Bild beruht auf einem optischen Effekt: Der Mann blendet aus seinem Blickwinkel den realen Abstand aus, nutzt aber die perspektivische Verschiebung der Dimensionen, um so sein virtuelles Wunschbild zu aktualisieren. Tatsächlich steht die Tänzerin nämlich in einiger Entfernung auf einer Bühne und gibt ihre Abschiedsvorstellung. Der Mann ist ihr bedrohlich obsessiv verfallen.

Der Mann bleibt im Hintergrund, der Topos verschwimmender Grenzen und des Verlusts von Distanz (oder Privatsphäre), den das Bild beiläufig evoziert, bleibt dennoch präsent: "Perfect Blue" von Satoshi Kon handelt hauptsächlich davon, wie sich die junge Frau zwischen Realität und Fiktionen verliert. Mima, Sängerin der Girl-Group Cham, will nicht mehr länger ein fremdbestimmtes Popidol sein, sondern lieber eine Karriere als Schauspielerin starten. Parallel zu diesem Fachwechsel - Mima erhält eine kleine Rolle in einem


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