Irrwege des Begehrens

Sachbuch. Die slowenische Philosophin und Soziologin Renata Salecl untersucht unter der Leitung von Jacques Lacan "(Per)Versionen von Liebe und Hass" in unserer Gesellschaft.

Kultur | Iris Buchheim | aus FALTER 31/00 vom 02.08.2000

Was haben die allgegenwärtigen Piercings mit den Arbeiten von Body-Art-Künstlern zu tun? Und was die in New York wieder häufiger durchgeführten Klitorisbeschneidungen bei afrikanischen Immigrantinnen mit Jenny Holzers Kunstwerk "Lustmord", das die Vergewaltigung bosnischer Frauen mit Texten thematisiert, die auf bloße Haut geschrieben sind? Für die slowenische Philosophin und Soziologin Renata Salecl handelt es sich bei diesen Phänomenen um verschiedene Antworten auf dasselbe Problem: nämlich das der fragilen Stellung des Subjekts in der postmodernen Welt, in der es keine identitätsstiftenden Autoritäten mehr gibt. Die Rückkehr zum "Ein-Schnitt in den Körper" erscheint ihr als "Weg des heutigen Subjekts, mit dem Mangel bei sich selbst als auch mit dem im Anderen klarzukommen".

"Ich liebe dich, aber weil ich unergründbarerweise etwas in dir liebe, das über dich hinausgeht - das Objekt a -, verstümmele ich dich." Angeleitet von diesem dunklen Satz des Psychoanalytikers Jacques


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