Big Brother & kleiner Prinz

Salzburg: Theater. Das Schauspielprogramm der Festspiele als Regietheater-Crashkurs: Frank Castorf inszeniert "Endstation Sehnsucht", Martin Kusej inszeniert "Hamlet".

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 31/00 vom 02.08.2000

Zumindest den Titel kennt jeder: "Endstation Sehnsucht". Das Tennessee-Williams-Stück von 1947 ist eine Ikone des US-amerikanischen Psychodramas und unter anderem deshalb so berühmt, weil es mit Marlon Brando verfilmt wurde, als der noch jung, wild und schlank war. Zumindest das Zitat kennt jeder: "Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage." Die ziemlich genau 400 Jahre alte Shakespeare-Tragödie "Hamlet" ist schon deshalb eines der beliebtesten Stücke der Weltliteratur, weil der neurotische Titelheld so wenig Heldenhaftes an sich hat.

In ihren Genres sind beide Stücke so etwas wie Weltstars. Wer sie auf den Spielplan setzt, geht auf Nummer sicher: Man weiß, was man an ihnen hat. Andererseits ist genau das auch das Problem mit Stars: Man kennt sie so gut, dass sie einen kaum noch überraschen können. Der bei den Salzburger Festspielen für das Sprechtheater zuständige Frank Baumbauer wollte beides: Stars und Surprise - und konfrontierte die Stücke mit zwei führenden Exponenten


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