Stadtrand: Trennmeisterschaft

Stadtleben | aus FALTER 31/00 vom 02.08.2000

Die Österreicher - das zeigt eine Studie, die jetzt präsentiert wurde - sind also Top im Sammeln von Altpapier. Und die Wien-Menschen sind Österreich-Meister in dieser Disziplin (was in irgendeinem Zusammenhang mit Bevölkerungs- und Informationsdichte in der Hauptstadt stehen muss). Nun ist, wenn es darum geht, alte Zeitungen, Postwurfsendungen oder Schachteln vom restlichen Müll zu unterscheiden, die Herausforderung zugegebenermaßen auch nicht besonders groß. Nein: Gebrauchte Taschentücher gehören nicht ins Altpapier. Und wenn man es sehr streng nimmt, der Kern einer Klopapierrolle übrigens auch nicht. Mehr Schwierigkeiten hat man in dieser Stadt scheinbar, wenn es gilt, das verbleibende Mistaufkommen auseinander zu dividieren. Dosen zum Altmetall. Okay. PET-Flaschen zum Kunststoff und Glas in den Glascontainer. Auch einleuchtend, irgendwie. Die Königsdisziplin stellt jedoch der so genannte Biomüll dar. In die Biotonne kommen nämlich nicht einfach die nassen Überreste, sondern ausschließlich Kompostierbares. Und wenn jetzt noch mal wer "meine" Biotonne dazu benutzt, seinen stinkenden Restmüll zu entsorgen, höre ich wirklich auf der Stelle auf, getrennt zu leben. Verlieren die Österreicher halt die nächste Misttrennmeisterschaft. Mir doch egal. C. W.


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