Comandantina Dusilova: Von den Namen ...

Stadtleben | aus FALTER 31/00 vom 02.08.2000

Im Internet gibt es einen ganzen Haufen von Seiten, die sich ausschließlich damit beschäftigen, warum und wie wer aller heißt und warum man sein Baby ausgerechnet so nennen sollte. Da wimmelt es von Namen wie Hubert und Bettina, Antal und Carmen und natürlich auch von Kevin und Jennifer. Auch weniger quietschmoderne Namen werden hier vorgestellt, Jade etwa und Summer, Rose und Hope und die besonders unter bewusstseinserweiterten Eltern bevorzugten Krishna, Ajit, Shiva, und Indra. Extravagantismen wie Cleopatra und Huckleberry oder Catapilar und Hannibal gelten als tres chic. Auch Zwillingsnamen werden nicht vernachlässigt: Peter und Paul, Maria und Magdalena, Philemon und Baucis sowie die gerade überaus coolen Itsi und Bitsi. Nirgendwo jedoch finden sich brauchbare Namen für atavistische Zwecke. Warum meine Nagelfeile, von mir liebevoll Natassibarita genannt, dort nicht vorgestellt wird, ist mir ein Rätsel. Auch meinen Polster, der auf den Namen Kapitanosophantes hört, und meinen Bananenbaum Okotohoneschbol vermisse ich auf diesen etymologischen Listen. Lositenes, meinen Lieblingslöffel, natürlich auch und Rumpetuss, den kleinen schwedischen Troll, von dem mir meine Mutter als Kind viel erzählt hat.


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