Und nun: das Wetter

Seinesgleichen geschieht. Was uns das Auftauchen gelber Gummistiefel mitten im Sommer sagen kann. Ein Lamento.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 32/00 vom 09.08.2000

Es ist wie immer. Wenn nichts los ist,geht die Natur los. Sobald die ersten Politiker in die Ferien gehen und es die Journalisten ihnen mithilfe von Sommergesprächen nachmachen, verwandelt sich Österreich aus einem beschaulich dahindümpelnden Nörglertal in ein reißendes Katastrophenloch. Vom Himmel fällt nicht mehr der Regen, sondern der Kubikzentimeter, der Feuerwehrmann stillt nicht mehr den selbst gelegten Brand im Bierzelt, sondern hält mit einem Gesichtsausdruck, der Entgeisterung signalisieren soll, aber Begeisterung ausdrückt, zwei Handvoll Hagelkörner in die Kamera. Der Gendarm verteilt nicht mehr freudig sein Mandat an den deutschen Touristen, sondern paddelt, eine gerettete Katze auf dem Schoß, in einem Schlauchboot durch eine überflutete Hauptstraße.

Kurz vor dem schmucken Bauernhaus bleibt die Mure stehen, bedrohliche Felsbrocken stecken im Dreck, unschuldige Gaffer säumen mit den Händen im Hosensack den Schmutzkegel und blicken fassungslos auf das Unvermeidbare.


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