Annus horribilis

Sozialdemokratie. Die jüngsten Skandale fördern einige sozialdemokratische Untugenden zutage: Selbstgefälligkeit, Freunderlwirtschaft und Pfeif-Drauf-Mentalität.

Vorwort | Gerald John | aus FALTER 32/00 vom 09.08.2000

Würde dem Sozialdemokraten Alfred Gusenbauer dieser Tage Kaiser Franz-Josefs Stoßseufzer "Mir bleibt auch nichts erspart" entfahren, könnte es ihm niemand übel nehmen. Der SPÖ-Chef hätte genügend damit zu tun, seine brustschwache Partei für die Zukunft aufzupäppeln. Herumschlagen muss er sich aber mit Skandalen, für die er persönlich nichts kann. Da ist zunächst die Bank Burgenland, die unter der Führung eines Generaldirektors, für den sich SP-Landeshauptmann Karl Stix stets wohlwollend eingesetzt hatte, in eine Milliardenpleite schlitterte. Weiters tauchen regelmäßig neue Fakten zur Causa Euroteam auf; etwa ein Rechnungshofbericht, der belegt, dass an die SP-nahe Firmengruppe Aufträge um 180 Millionen ohne Ausschreibung vergeben wurden. Und zu guter Letzt hat nun auch der ÖGB "seinen" Skandal. Über 25 Jahre hatte die Bau-Holz-Gewerkschaft Sonderprämien an Angestellte bar, am Lohnkonto vorbei, ausbezahlt. Ohne Versteuerungen und Sozialversicherungsabgaben. In der Gewerkschaft


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