Was war/kommt/fehlt

Politik | aus FALTER 32/00 vom 09.08.2000

Was war:Länder-Angebot an Grasser Nun beginnt die Feilscherei: Die Säckelwarte der Bundesländer haben Finanzminister Karl-Heinz Grasser 27 Milliarden Schilling als Beitrag zur Budgetsanierung angeboten. Das Offert liegt damit drei Milliarden unter der von Grasser geforderten Summe. Außerdem stellen die Landesvertreter Bedingungen:Wohnbauförderung und Krankenanstaltenfinanzierung müssten unangetastet bleiben. Im Falter hatte Finanzstadträtin Brigitte Ederer noch den Verzicht auf die Ausweitung des Kindergeldes als Bedingung für ein Mitwirken Wiens formuliert.

Was kommt: Nazibuch für Schulen Damit sich künftige FPÖ-Politiker nicht mehr verplappern, hat Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) eine Lehrbroschüre über den Umgang mit historisch belasteter Sprache in Auftrag gegeben. Bis diese fertig ist, schickt Gehrer den Schulen zur Überbrückung das Buch "Vokabular des Nationalsozialismus" von Cornelia Schmitz-Berning. Kostproben aus dem Nachschlagewerk: Charakter: "Rassegebundenes geistig-seelisches Gepräge des Menschen." Ehre: "Grundwert der nordischen Rasse (...), der seine Norm von dem Ziel der Reinerhaltung des Blutes erhalten soll." Blöd nur für alle Windhölzer in spe: Der Begriff "Treue" ist nicht dabei.

Was fehlt: Chancen für Schwarzkappler Profis erkennen die Schwarzkappler der Wiener Linien längst an stilistischen Charakteristika wie kleinen Ledertäschchen, Schnauzern, Schlüpfern und weißen Socken. Für ungeübtere Schwarzfahrer gibt es jetzt sogar elektronisches Service. Ein Service des Lokalradios "Energy 104,2" und von max.mobil schickt stündlich aktuelle Kontrollor-Warnungen übers Handy-Netz. Per SMS kann man erfahren, auf welchen Linien die Schwarzkappler gerade unterwegs sind. Das Problem: lückenhafter Empfang im Wiener Untergrund. Die Verkehrsbetriebe werden sich nun wohl hüten, die U-Bahnen Handy-kompatibel zu machen.


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