Zurück ins Zuchthaus?

Drogenpolitik. Die FPÖ macht Ernst: Justiz- und Sozialministerium wollen Drogenkranke nicht mehr therapieren, sondern vermehrt hinter Gittern sehen. Der international bestaunte "Wiener Weg", Süchtigen zu helfen, anstatt sie einzusperren, wird nun schrittweise demoliert. Experten schlagen Alarm.


Florian Klenk
Politik | aus FALTER 32/00 vom 09.08.2000

"Und die Süchtler und die Giftler/ olle hammas z'amm trieben/ und dann hammas angspieben/ und habm glocht/ Hahahaha" Lukas Resetarits, "Süchtig samma net" Ganz hinten in der Karlsplatz-Passage, dort wo Passanten schnell vorbeigehen, weil es so nach Urin stinkt, da gibt es ein kleines fensterloses Kammerl. Manchmal verirren sich Touristen hierher, lesen den Schriftzug "Streetwork". Sie ahnen nichts vom gesellschaftspolitischen Kampf, der nicht nur diesem Kammerl vorangegangen ist. Schon gar nicht ahnen sie, dass dieses Kammerl für eine international anerkannte Drogenpolitik steht.

Am Eingang des Kammerls befindet sich ein Pult. In das Pult ist eine Metallklappe eingebaut. Mit einem Hebel kann die Sozialarbeiterin Sylvia Hinterndorfer die Klappe nach unten ziehen. Auf der anderen Seite des Pultes kramt ein etwas nervöses Mädchen aus seiner Handtasche ein paar blutige Spritzen und legt sie auf die Klappe. Sylvia Hinterndorfer zieht den Hebel. Dann rutscht die

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