Allen ist alles egal

Salzburger Festspiele. Wie gut ist der norwegische Dramatiker Jon Fosse? Die Inszenierung seiner Anti-Sitcom "Der Name" verrät es nicht wirklich.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 32/00 vom 09.08.2000

Jeder Mann muss da durch: Früher oder später gilt es im Elternhaus der Geliebten anzutreten und sich begutachten zu lassen. Noch heikler wird die Lage, wenn nicht zu übersehen ist, dass man die Tochter schon vor längerer Zeit geschwängert hat. Kein Wunder also, dass der "Junge", der in Jon Fosses Stück "Der Name" mit seiner hochschwangeren Freundin Beate im Haus von deren Eltern einzieht, einigermaßen überfordert ist. Dass sich der junge Mann meistens hinter einem Buch versteckt, fällt aber nicht weiter unangenehm auf, weil sich hier ohnedies niemand sonderlich für ihn zu interessieren scheint. Die Mutter ist hauptsächlich mit ihrem wehen Bein beschäftigt; der Vater hat noch nicht einmal mitbekommen, dass seine Tochter schwanger ist. Die werdenden Eltern selbst können sich nicht darauf einigen, wie ihr Kind heißen soll ("Olav? Du machst Witze!"), und scheinen sich ansonsten nicht viel zu sagen zu haben. "Allen ist alles egal!", ruft das Mädchen einmal verzweifelt aus. Aber


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