Sorry de inglisch!

Musik. Die mexikanische Band Titan und ihr wundersames Pop-Universum zwischen Led Zeppelin und Fat Boy Slim, Cabaret Voltaire, Kiss und den "Siniestros".

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 32/00 vom 09.08.2000

Kaum hat unser Interview begonnen, schon verwandeln sich Titan (gesprochen: Ditahn) von einer auffällig kleinwüchsigen, dreiköpfigen Band in einen undefinierbaren Haufen menschlicher Gliedmaßen, der unter heftigem Gelächter bebend und zuckend in den Tiefen eines Sofas im Büro ihrer Londoner Plattenfirma zu versinken droht. Zwischendurch taucht Bassist Jay aus den violetten Samtpolstern auf, schnappt nach Luft und wiederholt seinen auf diesem ersten England-Aufenthalt des Trios kreierten Leitspruch, mit dem er die Bandkollegen Emilio und Julian auf Abruf in hysterische Verrenkungen versetzen kann: "Sorry de inglisch!"

Niemand amüsiert sich über Titans gebrochenes Englisch mehr als die drei Mexikaner selbst. Seit seinem Erscheinen im Mai wurde ihr Album "Elevator" von der begeisterten anglo-amerikanischen Musikpresse klischeehaft als "Electro-Mariachi" klassifiziert. Tatsächlich klingt in Titans tanzbaren Instrumentals eine große Vorliebe für mexikanische Trash-Filme aus den Sechzigerjahren


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