Comandantina Dusilova: About the Buchstabens ...

Stadtleben | aus FALTER 32/00 vom 09.08.2000

While ich, wie wenige wissen, themnext nach America auswandern werde, beschäftige ich mich schon jetzt ausgiebig mit der Kultur des amerikanischen Schreibens. Die Amerikaner haben, das ist unbestritten, nicht nur Huckleberry Finn und Onkel Tom, sondern auch alte Männer am Meer und auf Siesta, allerlei Tiere auf heißen Blechdächern und nicht wenige Philip Marlows hervorgebracht. Dies alles wäre unmöglich ohne die Leistungen der amerikanischen Handschrift. Die Amerikaner schreiben, ganz im Gegensatz zu uns, schon die Ziffer "1" mit einem einzigen von oben nach unten gezogenen Strich. Warum wir unsinnigerweise eine simple Letter wie die Ziffer "1" mit einem zweiten Strich - und sei es nur dieses dämliche Dächlein - verschindeln, ist ein Rätsel. Auch die "Großes I-kleines l"-Problematik ist den Amerikanern fremd. Sie schreiben ein großes "I" mit kleinen Strichen oben und unten und haben deshalb keine Mühe, ihren Bundesstaat Illinois richtig zu schreiben. Montafoner Straßenschildermaler hingegen verzweifeln regelmäßig an der Kalligraphie des Flüsschens Ill. Oh, was gäbe es nicht alles an Krankheiten der österreichischen Schönschreibung zu diagnostizieren. The slurring of "n" to "u", to name another one in that long list...


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