Manche mögens ruhig

Alte Donau. Sie ist das beschauliche Gegenstück zur lauten Donauinsel. In ihrem Herzen liegt das Lido der Wiener, das Gänsehäufel. Seit einem Jahrhundert ist sie das unverwüstliche Freizeitparadies der Wiener: die Alte Donau. Und sauber soll das stehende Gewässer jetzt nach einer 100-Millionen-Schilling-Sanierung endlich auch bleiben.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 32/00 vom 09.08.2000

Der Himmel ist trüb. Ein leichter Wind streicht über das Schilf am Ufer und fährt durch die Kronen der Weißpappeln. "Kein hundertprozentiger Badetag." Walter Walzer inspiziert die Wolkentürme am Horizont mit Kennermiene. "In ein paar Stunden hamma den Regen." Der Vorarbeiter des Gänsehäufels weiß, wovon er spricht. Seit 25 Jahren dreht er schon seine Runden auf dem 333.000 Quadratmeter großen Gelände an der Alten Donau. Seitdem hat sich hier nichts wirklich Grundlegendes verändert. Die alten Pappeln sind noch immer da. Der Sandstrand auch. Genauso wie die verwitterten Turmkabinen. Und die Kabanen: kleine Lauben, eine Art Wohnzimmer im Freien. "Das hier is und bleibt a Oase der Ruhe. Auch wenn sich rundherum vieles getan hat", meint Herr Walzer. Und zeigt auf das Ufer vis-a-vis vom Gänsehäufel: Dorthin, wo hinter Ruderbooten und Holzhäuschen die glänzenden Hochhäuser der neuen Donaucity in den Himmel emporragen. "Wie so a klanes Manhattan." Den Architekturkritiker Friedrich


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