"Wir" und "sie"

Seinesgleichen geschieht. Wir Österreicher können froh sein, nicht "so" zu sein. Genau da liegt auch das Problem.


Armin Thurnher
Vorwort | aus FALTER 33/00 vom 16.08.2000

Was immer geschieht, wir bleiben ruhig. Die ausbleibenden Touristenströme schreiben wir dem Wetter zu, und die gute Laune um den Besuch der drei Weisen dem Gemüt der Österreicher, das sonnig selbst dann bleibt, wenn es rundum schüttet. Phäaken sind wir! Wie lange hat man dieses Wort nicht mehr gehört? Und das von der Insel der Seeigel? Dabei könnte man gerade jetzt nicht genug davon kriegen. Zum Beispiel von weisen Freunden. Und umgekehrt: Würden nicht manche andere mehr von diesen Weisen brauchen? Das klang in den Boulevard-Kommentaren immerhin an. Die Spanier, die Häuser anzünden, die Engländer mit ihren Hooligans, die Deutschen und die Schweden mit ihren Neonazis - was ist dagegen Österreich? Ich habe nur darauf gewartet, dass in irgendeiner Zeitung eine Landkarte auftaucht, in der verschiedene Länder nach dem Grad bewertet werden, in dem sie eines Weisenbesuchs für würdig erachtet werden. Deutschland: fünf Weise. Spanien: vier Weise. Italien: vier Weise. Finnland: ein

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