Beispiel Pinochet

Chile. Die Internationalisierung der Justiz könnte einen Aufklärungsschub nicht nur für Chile, sondern für Lateinamerika herbeiführen.

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 33/00 vom 16.08.2000

Noch vor wenigen Jahren kamen die paar Schritte von der Moneda, dem Präsidentenpalast in Santiago, zum Generalstabschef der Streitkräfte einer Zeitreise gleich: "Mi General", verneigten sich in den düsteren Korridoren des Verteidigungsministeriums ehrerbietig Offiziere und Mannschaft vor den zahlreichen Porträts Augusto Pinochets. Während in der Moneda die Nachkommen der Inhaftierten und Vertriebenen von 1973 residierten, herrschte in der Armee ungebrochener Faschismus. Auch Jahre nach Ende der Diktatur blieben Putsch und Militärregime im Selbstbewusstsein der chilenischen Uniformierten eine patriotische Heldentat um Armee und Vaterland vor dem Untergang in Chaos und Kommunismus zu retten. Francisco Franco als spanischer Generalstabschef unter Adolfo Suarez oder Salazar als mächtiger portugiesischer Armeechef unter Mario Soares: absurd erscheinende Konstruktionen, die in Chile jedoch viele Jahre Wirklichkeit waren.

Die kühne Initiative des Madrider Untersuchungsrichters Baltasar


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