Bock auf Rot-Grün

Schlacht um Wien. Grünen-Chef Christoph Chorherr versucht, auf den Kutschbock zu klettern. Falls ihn Fiaker Michael Häupl einmal die Peitsche schwingen lassen sollte: Wohin galoppiert Rot-Grün?

Gerald John und Eva Weissenberger | Politik | aus FALTER 33/00 vom 16.08.2000

Werner Faymann ist verliebt. "Mit den Grünen kann man kreative Ideen umsetzen, die mit der ÖVP nicht möglich sind", schwärmt der Wohnbaustadtrat und Kronprinz der Wiener SPÖ. Grünen-Chef Christoph Chorherr sei ein sehr "angenehmer Partner", mit dem man "eng" kooperiere. "Chorherr ist für alles offen. Keine Spur von Kastldenken", lobt Faymann: "Der Bürgermeister weiß, dass ich mich bei dieser Zusammenarbeit wohl fühle."

Auch Christoph Chorherr ist kaum zu bremsen. Der Obergrüne hat schon im Februar im Falter (7/00) sein Angebot an die SPÖ gelegt. Seither sprudeln die Visionen, wie Wien unter grüner Mitregentschaft verändert werden könnte, nur so aus ihm heraus: "Entfeudalisiert" soll sie werden, diese Stadt, an den Datenhighway angeschlossen und geöffnet für Zuwanderer. Wünsche an das Christkind? Oder ist die rot-grüne Zusammenarbeit schon klammheimlich paktiert?

Die Turtelei einzelner Sozialdemokraten ist trügerisch. Denn während die Grünen auf Linie sind, ist beim Big

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