Ihr Urteil, bitte!

Gericht. Neger? Nigger? Darmbeinprellung? Ein Polizist steht vor Gericht, weil er "einen Neger als Nigger beschimpft" und verletzt haben soll. Die Justiz machte ihm den Prozess. Wie hätten Sie entschieden? Und wie hat wohl die Justiz geurteilt? Protokolle eines alltäglichen Übergriffsprozesses.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 33/00 vom 16.08.2000

Der Polizist Harald S. wird von einem unbescholtenen farbigen Österreicher schwer belastet. Er soll ihn gegen einen Tisch gestoßen, geschlagen und als "Nigger" beschimpft haben. Die Staatsanwaltschaft klagte wegen Verhetzung und Körperverletzung. Anwalt Wilfried Embacher will für den farbigen Österreicher Schmerzensgeld erkämpfen. Richterin Michaela Röggla-Weiss hat entschieden. Wie würden Sie entscheiden? Hier (gekürzt) die Anklageschrift und die Protokolle, die die Justiz ihrem Urteil zugrunde legte.

Die Anklage: Der beschimpfte "Neger" "Die Staatsanwaltschaft Wien legt Harald S. zur Last: Er hat den Michael I. durch die Aufforderung: ,Go back to Africa, Nigger' beschimpft, wobei sich die Tat gegen den Verletzten als Neger wegen seiner Zugehörigkeit zu seiner Rasse richtete (...)." Er hat ihn auch körperlich misshandelt und fahrlässig verletzt, in dem er ihm einen Stoß gegen die Brust versetzte, wodurch dieser ins Wanken geriet und mit dem Gesäß gegen einen Tisch stieß,


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