"Wenn es unten brennt"

Prostitution. Seit der Ost-Öffnung wächst Wiens "Bubenstrich". Experten fordern - nach deutschem Vorbild - eine Betreuungsstelle für jugendliche Prostituierte. Die Stadt legt sich quer.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 33/00 vom 16.08.2000

Der junge Bursch in der Bellariapassage wartet nur kurz. Ein gezielter Blick, ein kurzer Augenkontakt. Dann verschwindet er mit dem älteren Mann im Anzug für kurze Zeit im Herren-WC. Für ein paar hundert Schilling wird sich der Bursche den besonderen Bedürfnissen seines Freiers annehmen. Vielleicht wird er sich dabei eine Geschlechtskrankheit oder Verletzungen holen. Wahrscheinlich hat der Junge weder Gleitmittel noch Kondome bei sich. Oder er wird dafür bezahlt, sie in der Tasche zu lassen.

Nicht nur in der Wiener Bellariapassage, auch in einschlägigen Cafes beim Naschmarkt, bei Computerspielabteilungen größerer Kaufhäuser und an Kinderplanschbecken der Wiener Hallenbäder suchen Freier nach jugendlichen Prostituierten. Von der Öffentlichkeit unbemerkt hat sich in Wien - vor allem auch seit der Ost-Öffnung - eine eigene Stricherszene etabliert.

"Hier kommen alle Tabus zusammen", meint Uwe Hincziza, Streetworker des Vereins Wiener Sozialprojekte: Homosexualität, Drogenmissbrauch,

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