Fuzz Bass und Fusselbart

Musik. Die kontinuierliche Veröffentlichung alter Live-Mitschnitte belegt, dass Soft Machine um 1970 eine der besten Bands der Welt war. Eine Hommage.


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 33/00 vom 16.08.2000

Cool, gelangweilt und behaart: Ende der Sechzigerjahre setzten die Mitglieder der britischen Avantgardejazzrockband Soft Machine nicht nur musikalische Standards, sondern auch Standards in Sachen Haartracht, die - beide! - während des ausgehenden Jahrhunderts kaum mehr überboten werden sollten: Die blonden, unter sehr seltsamen Kopfbedeckungen hervorquellenden Zotten Robert Wyatts (der heute ein Monster von einem Fusselbart kultiviert); die Schnauzer von Hugh Hopper und Elton Dean; und die tief in die Augen hängenden Stirnfransen, die Mike Ratledge mit seinen Nana-Mouskouri-in-Outer-Space-Brillen wirkungsvoll zu kombinieren wusste - sie alle waren die Insignien einer introvertierten, intellektuellen und spezifisch europäischen Variante der Roaring Sixties.

Es war die Zeit, als Bands wie Soft Machine - neben den frühen Pink Floyd ein Stützpfeiler des englischen Underground - Geld von texanischen Millionären geschenkt bekamen. Hugh Hopper, von 1968 bis 1973 Bassist der Softs, nimmt

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