Aufgeblättert

Kultur | Martin Droschke | aus FALTER 33/00 vom 16.08.2000

Das Leben ist ein Unterfangen mit grundsätzlich tödlichem Ausgang. Hübsch, wie sich der Nihilismus polemisch verbrämen lässt, aber was hilft humoreskes Verdrängen, wenn es ans Sterben geht. Astrid, die langjährige Lebensgefährtin von Hansjörg Schneider, starb im Winter 1997. Diagnose: Krebs. Am Tag, als der Schweizer Schriftsteller ihre Asche vom Krematorium abholte, begann er das "Nachtbuch für Astrid", ein Tagebuch seiner Trauer zu schreiben: "Ich könnte ihr auch einen Stein setzen. Aber da ich nicht Steinmetz bin, sondern Schriftsteller, schicke ich ihr dieses Buch nach in den Tod." Ein Rückblick auf eine jahrzehntelange Liebe. Private Blößen zuhauf. Einsamkeit. Schneider rappelt sich aus seiner Depression. Es vergeht ein Jahr, bis er seelisch Neuland gewinnt. Ganz normal. Wer selbst noch nie von einem Angehörigen Abschied nehmen musste, hier ist beschrieben, wies geht.

Die Krankheit, an der bei Karlheinz Barwasser gestorben wird, heißt Aids und ist "der Peststiefel in


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