Nüchtern betrachtet: Windräderstillstand am Donauufer

Kultur | aus FALTER 33/00 vom 16.08.2000

Verrückt, was man im Urlaub alles machen kann! Vor Mitternacht schlafen gehen. Nach acht Uhr aufstehen. Vormittagsbiere trinken. Nach Linz fahren. Ein SMS an König Kralicek senden. Einfach verrückt! Am Morgen, nachdem im Fernsehen das Reichsbrückeneinsturzjubiläumsfeature gelaufen war, standen die Windräder am Donauufer still. Zuvor hatte ich während einer Sitzung, an der neben meinen Eltern noch eine ehemalige Stadträtin teilgenommen hatte, einen Eklat verursacht und hatte einfach den Raum verlassen. Als ich erwachte, beschloss ich, ein Morgenläufchen zu wagen. Gemütlich trabte ich, den Puls in den mittleren 140ern, die Donauinsel entlang, als ich gegen 8.45 Uhr eine Saat- und eine Nebelkrähe in einem völlig verdorrten Baum nebeneinander hocken sah. Kurz darauf federte eine Saatkrähe solo und beidbeinig über den Kies. Noch nie gesehene Bläulinge flatterten am distelgesäumten Wegesrand, und, du heiliger Handke!, da saßen gar zwei keckernde Elstern. Schon möglich, dass


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige