Comandantina Dusilova: Andrea in Wonderland

Stadtleben | aus FALTER 33/00 vom 16.08.2000

Jeden Morgen schaue ich in meinen Badezimmerspiegel, und jeden Morgen schaut die gleiche vertraute Andrea Dusl aus dem Spiegel zurück. Sie sieht aus wie ich, nur hat sie alles, aber auch alles verkehrt. Wir kennen das. Das ist der Spiegeleffekt. Alles ist verkehrt. Es ist in einem so ausgiebigen Maße verkehrt, dass es mich jedes Mal reißt, wenn zwei Spiegel genau so stehen, dass ich nicht die verkehrte Andrea zu Gesicht bekomme, sondern durch doppelte Spiegelung mich selbst! Meine Zwillingsschwester sozusagen. Die, die die anderen (oho, drei "die's"!) auch sehen, beziehungsweise ein Bild von mir, das dem ähnelt, wie mich andere sehen. Während ich also solcherart über das Verkehrtsein sinniere, wünsche ich mir manchmal, wie Alice in Wonderland zur anderen Seite des Spiegels hinüberzukriechen, Tja, das wär schon was, denke ich, und so weit ist ja Alice auch gekommen in ihren Überlegungen. Was aber, wenn ich die Einzige wäre da drüben und sehr, sehr einsam in einer liebevoll spiegelverkehrten, aber unbesuchten Welt. Und was, wenn nun ein paar Freaks auch auf die blöde Idee gekommen wären, so wie ich durch den Spiegel zu kriechen? Peter Westenthaler mit seinem Föhn? Oder Conan O'Brian mit seinem? Und vielleicht sogar Brad Pitt? Was dann? www.geocities.com/Pentagon/4404


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