Copa Cagrana: Rummel bis vier

Stadtleben | aus FALTER 33/00 vom 16.08.2000

Es kam, wie es kommen musste: Viele der neuen Bewohner des Wohnparks Donau City fühlen sich von den Vergüngungsvierteln Copa Cagrana und Sunken City direkt vor ihren Wohnhäusern belästigt. Lockere Strandatmosphäre? Aber nicht vor dem eigenen Balkon. Eifrig wurden Unterschriften gesammelt, die Behörden zum Einschreiten veranlasst. "Wenn es schön ist, kommen bis zu 400.000 Gäste her", klagt Norbert Weber, Sprecher der Inselwirte. "Denen wird der Spaß jetzt von ein paar Anrainern verdorben, die doch gerade wegen des tollen Freizeitangebots auf der Donauinsel hergezogen sind." So treten diesen Sommer bereits viele Amüsierbetriebe leiser, Anlagen sind verplombt und die Behördenkontrollen schärfer. "Wir haben eine Menge Geld in den Lärmschutz investiert", sagt Weber. Richtboxen wurden angeschafft und Tanzlokale wenig sommerlich glasüberdacht. Viele Wirte befürchten nun das Aus des gastronomischen Inselparadieses. Sie fühlen sich von den verantwortlichen Politikern im Stich gelassen, die "die Copa" immer wieder gern als Vorzeige-Freizeitzentrum und zum "Bad in der Menge" nutzen würden. So hat die Stadt gerade erst die alte "Schwabbelbrücke" zwischen den beiden Strandpromenaden durch eine neue, 30 Millionen Schilling teure Brücke erstetzt - Geld, so die Wirte, das besser in Lärmschutz investiert worden wäre.

Jetzt ist am Ballermann 22 Hochsaison, und in lauen Nächten dauert der Rummel bis vier Uhr früh. Bleibt zu hoffen, dass sich viele Wohnpark-Bewohner nicht zu Hause aufhalten. Obwohl: Bei dem Freizeitangebot - wer fährt da noch in die Ferien?

C W.


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