Was tun gegen Glatzen?

Skinheads. Gut zureden, hart strafen oder einfach wegsperren? Auch in Österreich beißen sich Polizisten, Richter, Bewährungshelfer und Geschichtslehrer an den Kahlköpfen die Zähne aus. Denn Gewaltbereitschaft und braunes Gedankengut keimen bereits in der Familie.

Politik | Eva Weissenberger und Nina Weissensteiner | aus FALTER 34/00 vom 23.08.2000

Die Murrln" am Brunnenmarkt, "die Kopftüchln mit ihre Gschrappn" im Freibad, "die schwoarzen Teifln" beim Billa: Wenn einer von ihnen es wagen sollte, Andreas W. "deppat anzurempeln", dann würde er ihnen "sofurt a Tunnö schiaßn". Ottakring ist für den Muskelprotz ein "Tschuschen-Ghetto"; deswegen, hält er es mit seiner Großmutter, die immer sagte: "An klan' Adi könnt ma wieda brauchen". "Den Serben" hat es Andreas W. schon gezeigt. Als die Anti-Nato-Demonstranten im Vorjahr an seinem Gemeindebau vorbeimarschierten, hat er ihnen "die Reichskriegsflagge vor die Nasen g'hängt".

Nein, Skinhead ist Andreas W. keiner. Mehr. Im Sozialarbeiter-Jargon gilt der dreißigjährige Elektriker als "resozialisiert". Die Glatze ist einem Millimeter-Haarschnitt gewichen. Statt "bis zu sieben Krügeln Bier" bestellt er jetzt Soda-Zitron. Früher, da ist Andreas W. mit seinen Leuten "auf die Donauinsel Kanackenjagen" gefahren. "Bereuen tu ich nichts", sagt er und gelobt, "jetzt eh einen großen Bogen


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