Kakanien und kein Ende

Essay. Wie immer die Auseinandersetzung des kleinen Österreich mit der großen EU ausgehen wird: Die Hoffnung, vergangene Größe durch die Integration in einen größeren politischen Zusammenhang wiederzuerlangen, hat sich als trügerisch erwiesen.

Politik | Wolfgang Müller-Funk und Peter Plener | aus FALTER 34/00 vom 23.08.2000

"The national unity which is sealed by culture is shattered by culture."

Terry Eagleton Österreich leidet an seiner früheren Größe. Seit 1918 bestimmt diese kollektive Befindlichkeit, dieses Leiden an der eigenen Marginalisierung, das sich durch keine psychoanalytische "Trauerarbeit" und durch keine Revision der Geschichte beheben lässt, die (außen-)politische Geschichte das Landes. Von der Ersten Republik über den Ständestaat, den Anschluss, die "immerwährende Neutralität" und den Beitritt zur Europäischen Union: Stets erwies sich österreichische Politik nicht zuletzt als Versuch, verlorene Größe zu kompensieren. Wie immer die gegenwärtige Auseinandersetzung des kleinen Österreich mit der großen EU ausgehen wird, eines lässt sich schon heute sagen: Die Hoffnung, Größe durch die Integration in einen größeren politischen Zusammenhang wiederzuerlangen, hat sich als trügerisch erwiesen.

So hat sich Österreichs Größe scheinbar unwiderruflich reduziert und verändert,


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