Gott erhalte

Kaisers Geburtstag. 170 Jahre alt wäre Franz Joseph am Freitag geworden. Deutschmeister, Couleurstudenten, Touristen und Freunde des Hauses Habsburg feierten gemeinsam in der Kapuzinergruft - und jeder genierte sich für den anderen.

Politik | Eva Weissenberger | aus FALTER 34/00 vom 23.08.2000

Mein Onkel war in der Monarchie Bahnhofsvorsteher. Eines Tages fehlte bei der Abrechnung ein Heller. Der Onkel und seine Frau zitterten: ,Was machen wir, wenn der Kaiser kommt und die Kassa überprüft?'", erzählt Karl Halama und tupft sich den Schweiß von der Schläfe. Kaiserwetter. Halama ("Nicht das ,l' betonen, sonst klingts türkisch") trägt zur Feier des Tages seinen Steireranzug, den Kaiserin-Zita-Orden stolz an die Brust geheftet. Heute sei leider alles ganz anders als zu Kaisers Zeiten, nuschelt der schwitzende Festredner in sein Mikrofon: "Heute bekommen Politiker wie der Gruselbauer Millionen nachgeschmissen und fahren damit ins Ausland, um Österreich zu vernadern."

Die Regimentskapelle der Deutschmeister, der Kameradschaftsbund von Perchtoldsdorf mit schwarz-gelben Fahnen, Couleurstudenten der CV-Verbindung Nibelungia mit Deckel und Degen - 200 Kaisertreue marschierten am Freitag im Burggarten auf. Sie gedachten des 170. Geburtstages Franz Josephs.

"Faschist!", schreit eine


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