Kommentar: Literarisches Quartett: Profis unter sich

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 34/00 vom 23.08.2000

No, bitte, wer sagts denn - es geht ja eh: Das verbliebene Stammduo des "Literarischen Quartetts" hatte sich offensichtlich der eigenen Tanzschulzeit entsonnen. Marcel Reich-Ranicki betrachtete es als "eine angenehme Pflicht", Sigrid Löffler alles Gute auf ihrem weiteren Lebensweg zu wünschen, nachdem sie das Quartett verlassen hatte (soll heißen: von ihm unter Assistenz von Hellmuth Karasek rausgeekelt worden war), und Karasek hatte sich "neben Frau Heidenreich gesetzt, um ihr das Wort zu verschaffen", ja, er bat gar um Nachsicht, sollte das etwas gönnerhaft geklungen haben. Galanterie mit einem Anflug von feministischer Basisbildung: Mehr kann man wirklich nicht verlangen.

Was aber kann man überhaupt von einem Format wie dem "Literarischen Quartett" verlangen? Oder anders gefragt: Muss man sich mit einer amüsanten, aber mittlerweile auch schon ziemlich berechenbaren Mischung aus medialem Professionalismus und Routiniertheit im Umgang mit einem gewissen Mainstream von Literatur zufrieden

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