"Zwingend ist gar nichts"

Literatur. In seinem soeben erschienenen Roman "Das Vaterspiel" inszeniert Josef Haslinger familiäre Konflikte vor politischem Hintergrund. Der "Falter" sprach mit dem Autor über korrupte Sozialdemokraten, interessante Nazis und über die einseitig politische Wahrnehmung seines Buches.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 34/00 vom 23.08.2000

Josef Haslinger, 45, ist ein sehr erfolgreicher Schriftsteller. Sein Roman "Opernball" erreichte alleine in deutscher Sprache eine Auflage von 300.000 Exemplaren und wurde bislang in neun Sprachen übersetzt. Haslinger hat neben zahlreichen Essays ("Politik der Gefühle"; "Das Elend Amerikas"; "Hausdurchsuchung im Elfenbeinturm") auch noch zwei Novellen ("Der Tod des Kleinhäuslers Ignaz Hajek" und "Die mittleren Jahre") verfasst und unterrichtet seit 1996 als Professor für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Aufgrund seiner umfangreichen Lehrtätigkeit an diesem im deutschen Sprachraum einzigartigen Institut, an dem sozusagen Diplomschriftsteller ausgebildet werden und an dem Haslinger im kommenden Semester vier Lehrveranstaltungen (u.a. über Hegels Ästhetik und über genreübergreifende Literaturformen) abhalten wird, muss sich der Schriftsteller Haslinger seine Zeit genau einteilen. In den letzten Jahren war er daher nicht allzu oft in Österreich. Für


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