"Zwingend ist gar nichts"/"Das Vaterspiel": Auf den Schultern der Söhne

Kultur | aus FALTER 34/00 vom 23.08.2000

Eines kann man Josef Haslinger gewiss nicht vorwerfen: dass ihm der Stoff ausginge. Ganz im Gegenteil. Sein 570 Seiten schwerer Roman "Das Vaterspiel", an dem er zwei Jahre lang geschrieben hat (siehe Interview), enthält so viel davon, dass sich damit leicht auch zwei Bücher hätten bestreiten lassen. Und tatsächlich hat man bei der Lektüre mitunter das Gefühl, dass die zwei Haupthandlungsstränge mehr zueinander gezwungen wurden als zwingend aufeinander zulaufen. Der Eindruck verdankt sich nicht zuletzt dem Umstand, dass die Figur, durch die die litauische Kriegsvergangenheit und die österreichische Gegenwart vermittelt werden, doch eher blass bleibt: Mimi, eine aus Litauen stammende Studienkollegin des Protagonisten Rupert "Ratz" Kramer, die dieser 14 Jahre lang nicht gesehen hat, bringt den Roman auf Touren, indem sie Ratz aus undurchsichtigen Gründen nach New York bestellt. Worauf sich der ins Auto setzt, um seinen "Auftrag" zu erfüllen, den nächsten Flug zu erwischen und tatsächlich


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