"Ich fand es nicht obszön"

Film. Nicht erst seit "Romance", der dieser Tage in unsere Kinos kommt, gilt Catherine Breillat als Regisseurin "obszöner" Filme. Der "Falter" sprach mit ihr über jene Konstruktionen weiblicher Sexualität, die seit über zwei Jahrzehnten das Thema von Breillats Arbeiten sind.

Kultur | Isabella Reicher | aus FALTER 34/00 vom 23.08.2000

Marie (Caroline Ducey) liebt Paul (Sagamore Stevenin). Aber Paul will nicht mehr mit ihr schlafen, eine Zurückweisung, an der Marie auch physisch leidet. Marie begibt sich auf "sexuelle Entdeckungsreise" und unternimmt den mitunter sehr schmerzhaften Versuch, die verrückte, absolute Liebe zu Paul und zugleich sich selbst am Leben zu erhalten.

"Romance" ist der sechste Kinofilm der französischen Regisseurin Catherine Breillat. Ihren erster hieß "Une vraie jeune fille" (1976) und sorgte für Aufregung, weil er die sexuellen Erfahrungen eines sechzehnjährigen Mädchens in den Sechzigerjahren schilderte. Schon damals setzte sich Breillat mit der Auffassung auseinander, dass sich das "Objekt der Begierde" schuldig macht, indem es dieses Begehren auslöst; dass "potenzielle Schuld" eine "potenzielle Scham" bedingen müsse; dass Männer als "moralische Lehrmeister von Frauen" fungieren.

Breillat nähert sich diesen Themen sehr direkt. Sie habe sich als Feministin schon immer mit dem "Problem


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