Da röhrt der Zweireiher

Musik. Das saxophonistische Multitalent James Carter widmet sich in seinen jüngsten Alben Django Reinhardt und dem Funk. Live ist er demnächst in Saalfelden zu hören.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 34/00 vom 23.08.2000

Vermutlich ist Wynton Marsalis daran schuld: Er hat den zweireihigen Anzug, an sich ein schwerer Modeirrtum, der hitmen der Mafia vorbehalten bleiben sollte, wieder salonfähig gemacht. Marsalis, der Edel-Trompeter und Türsteher der Jazzgeschichte, bestimmt, wer hinein darf und wer draußen bleiben muss: Anzug und eine tadellos geknüpfte Krawatte gehören dazu. Dass sich die Musik mitunter auch danach anhört - wen wunderts?

Der aus Detroit gebürtige und dort in einer musikliebenden Familie aufgewachsene James Carter begann mit elf Jahren Saxophon zu spielen und wurde mit 17 von Wynton Marsalis in dessen Quintett geholt. Seitdem hat er unter anderem in verschiedenen Bands von Marsalis, mit Lester Bowie, der grandiosen Jazzsängerin Betty Carter und der ebenso gefeierten wie notorisch komplizierten Opernsopranistin Kathleen Battle zusammengearbeitet. Seine eigenen Alben ernteten enthusiastische Kritiken, und die Village Voice nannte ihn gar "den aufregendsten jungen Saxophonisten, der


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