Kunst kurz

Nicole Scheyerer | Kultur | aus FALTER 34/00 vom 23.08.2000

Für "Werke von Personen, die unberührt von der kulturellen Kunst geblieben sind", interessierte sich Jean Dubuffet, als er begann, seine Sammlung der Art brut zusammenzutragen. Der Schweizer Rebknecht Heinrich Anton Müller wurde zur Projektionsfigur von Dubuffets Glauben an "Kunst als reine Erfindung". 1903 stellt man Müller für eine Maschine zur Rebveredelung das Patent aus, nach dessen Entzug verwahrlost er zusehends. In der Irrenanstalt baut der Erfinder aus Abfällen komplexe Maschinen mit Rädern und Gittern, die er mit Kot und Sperma zusammenklebt. Sobald sich jemand den kinetischen Gebilden nähert, setzt er sie in Bewegung, zerstört die Maschinen jedoch auch immer wieder. Obwohl sie doch auch unappetitlich sind, hält man Müllers Objekte in der Anstalt doch fotografisch fest. Auf zusammengenähten Kartons zeichnet Müller enigmatische Bilder von Tieren und biomorphen Gestalten, oft mit integrierten Schriftelementen. Auch ohne Müllers Wahnsinn zum subversiven Befreiungsschlag

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