Nüchtern betrachtet: Wider die Powerarmbandschlechtfinder

Kultur | aus FALTER 34/00 vom 23.08.2000

Ich glaube, sie hießen Freundschaftsbänder: billige, abgeschnudelte Textilarmbändchen mit pseudoindianischen Mustern. Ich habe ihren Werdegang nicht wirklich verfolgt, aber weil ich sie hauptsächlich an sympathischen Jeansjackenträgern gesehen habe, die noch mittlereren Alters waren als ich, beschloss ich sie gut zu finden. Ihr tieferer Sinn ist mir bis heute ein mildes Mysterium, das aufzuklären ich nicht die geringste Lust verspüre. Für den derzeit rasend in Mode befindlichen Gelenksschmuck, der unter dem Namen Powerarmband oder Buddha-Bänder bekannt ist, gibt es Gebrauchsanweisungen: Fluorit soll diätunterstützend wirken, und auch synthetisches Tigerauge ist, so las ich am Beipackzettel, für irgendetwas ganz Bestimmtes gut: Liebe, Reichtum, Gesundheit ... Von Jörg Haider bis zur größten Nervensäge der Neuzeit, der Deutsch-Rapperin Sabrina Setlur, trägt alle Welt Powerarmbänder, auch Hellmuth Karasek, der ewige Bube, hatte im jüngsten "Literarischen Quartett" zwei ums


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