Dialektik der Niedertracht

Verwahrlosung. In der "Presse" darf Michael Scharang die Journalistin Eva Menasse in guter stalinistischer Manier denunzieren.

Jan Tabor | Vorwort | aus FALTER 35/00 vom 30.08.2000

In der "Presse" lese ich gern die Gastkommentare, besonders die von Michael Scharang und Andreas Mölzer. Sowie alles von Hans Haider. Wegen des Deja vu. Diese drei von der Presse versetzen mich häufig zurück in meine Jugend - kein angenehmes Gefühl. Neulich habe ich wieder etwas von Scharang gelesen und dabei an Gott denken müssen.

In Böhmen auf Urlaub, sah ich im tschechischen Fernsehen anlässlich des 32. Jahrestags der sowjetischen Okkupation der Tschechoslowakei am 21. August 1968 eine Dokumentation über Karel Gott. Wie er auf dem Höhepunkt der Verfolgung jener Intellektuellen, die die regimekritische Charta 77 unterschrieben hatten, die kommunistische Regierung öffentlich für ihre vortreffliche Kulturpolitik lobte. Im Verborgenen distanzierten sich einige Charta-Signatare in heimlichen Schreiben an die Parteifunktionäre (vergleichbar mit Staatssekretären in Österreich) von der Charta 77. Manche der Anticharta-Signatare entschuldigten sich in persönlichen Briefen bei ihren

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