Dolm der Woche: Michael Sika

Politik | aus FALTER 35/00 vom 30.08.2000

Michael Sika ist Pensionist. Er hätte genügend Muße, sich zurückzulehnen und darüber nachzudenken, ob er sich in seiner Amtszeit als Sicherheitsdirektor der Republik immer richtig verhalten hat. Etwa als er der unabhängigen Disziplinarkommission geraten hatte, die Begleitpolizisten des erstickten Schubhäftlings Omofuma nicht zu suspendieren. Mit gelassener Distanz hätte er dann sein Buch schreiben können. Sika hat es lieber gleich und distanzlos geschrieben. Exklusiv nachzulesen sind erste Auszüge in der Kronen Zeitung, die anlässlich des Falls Omofuma eine ungustiöse Kampagne gegen Schwarzafrikaner geführt hatte. Was Sika schreibt und sagt, würde nicht nur der Krone, sondern auch der McCarthy-Ära zur Ehre gereichen: Von "linker öffentlicher Stimmungshetze", "Linksideologen" und Caspar-Einem-"Kollaborateuren" ist die Rede. Lässt sich da gar eine neue, hoffnungsvolle Karriere an? Vielleicht geht Staberl ja einmal in Pension.


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