"Alfred, mach was!"

Sozialdemokratie. Kann die SPÖ deshalb inhaltlich nicht punkten, weil der Vorsitzende so schlecht frisiert ist? Wohl kaum. Es fehlt an den großen Themen, Konzepten und Visionen. Und die Genossen warten wie gelähmt, bis Gusenbauer sie vorgibt.

Eva Weissenberger | Politik | aus FALTER 35/00 vom 30.08.2000

In Alfred Gusenbauers Büro steht ein Flip-Chart. Mit grünem Filzstift sind dort die Themen aufgelistet, mit denen die SPÖ in der ersten Augusthälfte Aufmerksamkeit erregen wollte: Lkw-Maut, die Witwenpension von Sozialministerin Elisabeth Sickl, soziale Treffsicherheit. Gut, Verkehrssprecher Rudolf Parginoni hat in einer Pressekonferenz die Regierung kritisiert. Bundesgeschäftsführerin Doris Bures hat ein paar Anmerkungen zum Karenzgeld über die Fernschreiber gejagt, in der ZiB 3 war sie auch. Die Schlagzeilen beherrschte die SPÖ damit aber keine Sekunde.

"Wir müssen eben noch lauter werden", räumt SPÖ-Chef Gusenbauer ein. "Wir nehmen uns das jeden Tag vor." Ein schlichtes Marketing-Problem?

Während Gusenbauer die letzten zwei Wochen in der Provence urlaubte, brach in der Heimat eine Diskussion um seine Person los, besser: um seine Frisur, seine Brille, seine Lippen. Via Standard meldeten sich Meinungsforscher, die "radikale Korrekturen an seinem Erscheinungsbild" forderten. Das

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige