Stiften gehen

Budgetdebatte. Die Besteuerung der Privatstiftungen der Reichen sorgt für Diskussionen. Kein Wunder: Bald bunkert in den Stiftungen die erste Billion. Steuerfrei.

Politik | Christian Felber | aus FALTER 35/00 vom 30.08.2000

Karl Wlaschek war neulich shoppen. Nicht am Naschmarkt, sondern am Immobilienmarkt. Im Einkaufskörberl befanden sich neben dem Andromeda-Tower das schmucke Palais Ferstel und die Wiener Börse. Leisten kann sich das Karl Wlaschek, weil er durch den Aufbau des Billa-Konzerns reich geworden ist. Und weil er durch die Einbringung seines Vermögens in eine Privatstiftung noch viel reicher geworden ist. Denn Privatstiftungen sorgen dafür, dass sich die Multimillionen der obersten 2000 ungestört vom Zugriff des Finanzministers vermehren können.

Privatstiftungen gibt es seit September 1993. Neu ist dabei nicht die Institution, sondern der Zweck. Waren Stiftungen früher nur als gemeinnützig oder mildtätig definiert, verfolgt die Privatstiftung einen neuen Zweck: Eigennutz. "Vermögen erfolgreich bewahren", lautet der Untertitel des CA-Handbuchs zum Thema.

Die Steuerprivilegien können sich sehen lassen. Da Stiftungen üblicherweise für die Nachkommen gedacht sind, fällt beim Eintrag zwar


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