Kommentar: Jetzt neu: Wissenschaft statt Kunst

Kultur | Klaus Taschwer | aus FALTER 35/00 vom 30.08.2000

AATTTT TAGGTC. Nein, das ist kein Textverarbeitungsmalheur, sondern ein Miniausschnitt aus der Sequenz des menschlichen Genoms, das auf elementarster Ebene aus den DNS-Basen Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin besteht. Mehr als 97 Prozent davon hat man bereits entschlüsselt, wie die Genforscher Craig Venter und Michael Dexter Ende Juni auf einer historischen Pressekonferenz bekannt gegeben haben.

Während dieser Durchbruch den meisten österreichischen Medien allenthalben eine Kurzmeldung wert war, sprach die Frankfurter Allgemeine Zeitung euphorisch von der "größten wissenschaftlichen Revolution unserer Zeit", und Herausgeber Frank Schirrmacher opferte zur Feier des Tages gleich sechs Seiten seines Feuilletons, um sie mit dem eintönigen Buchstabensalat aus A, T, G und C vollzupflastern.

Nicht nur jene, die meinten, dass sich die FAZ da einen einmaligen Marketing-Gag leistete, sahen sich in den folgenden Wochen irritiert. Denn im ehrwürdigen Feuilleton des konservativen Blattes gibt seitdem


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