Eine Torte im Staatsstil

Architektur. Oswald Haerdtl versorgte das Wien der Nachkriegszeit mit eleganten, modernen Cafes und mit Reminiszenzen an Austrofaschismus und Nationalsozialismus.

Jan Tabor | Kultur | aus FALTER 35/00 vom 30.08.2000

So ist das Leben bedeutender Wiener Architekten nach dem Tode: Während die Hagiographen bereits emsig an einer ausstellungsmäßigen Untermauerung der architekturgeschichtlichen Bedeutung arbeiten, werden zugleich die Werke dieser Architekten gnadenlos demoliert.

So ist es kürzlich Oswald Haerdtl (1889 bis 1959) ergangen, dem langjährigen Mitarbeiter Josef Hoffmanns, Professor an der Wiener Kunstgewerbeschule und Staatsausstatter des Austrofaschismus und dessen Adaption für die Nachkriegszeit. Im Winter 1999/2000, während Adolph Stiller, Leiter der Veranstaltungsreihe der Wiener Städtischen "Architektur im Ringturm", das umfangreiche Haerdtl-Nachlassarchiv intensiv bearbeitet und die Haerdtl-Ausstellung vorbereitet hat, wurde das Arabia Espresso am Kohlmarkt ausgeräumt, um einer Wiener Chanel-Filiale Platz zu machen. Hickhackzack ... und weg war das kleine strahlende Weltstadtwunder des trüben Nachkriegswiens.

Jammerschade um dieses 1951 fertig gestellte, bis zu seiner jetzigen Demolierung

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