Pariser Würstchen

Film. "Rien sur Robert" ist eine sehr französische Sittenkomödie mit glücklicher Besetzung und weniger glücklichem Drehbuch.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 35/00 vom 30.08.2000

Didier Temple durchlebt den Albtraum eines jeden Kritikers: Er hat über einen Film geschrieben, den er gar nicht gesehen hat, und sich dabei erwischen lassen. Sein voreiliger Verriss verfolgt ihn fortan wie ein Fluch. Es gibt kaum ein Gespräch mehr, in dem man nicht darauf zu reden käme, und kaum ein Lokal, in dem er nicht sofort irgendwelche Neo-Nazis vermutet, die sich für seinen Artikel revanchieren wollen. Dabei mutet die Kritik derer, die ihm jetzt Vorhaltungen machen, genauso unbegründet an wie seine eigene: Niemand scheint mit Sicherheit sagen zu können, ob der erwähnte Film nun aus Bosnien oder vielleicht doch eher Serbien stammte - was für den eitel selbstbezüglichen Diskurs der besserwisserischen Pariser Intellektuellen, über die sich "Rien sur Robert" lustig macht, aber ohnehin nur von untergeordnetem Interesse ist.

So weit, so amüsant. Auch über Robert, den Titelhelden, erfahren wir tatsächlich nichts, und im ganzen Film taucht keine Figur dieses Namens auf. Folglich


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